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Anekdoten & Mehr

Diplomat und Haudegen

Lazarus von Schwendi, Reichsfreiherr von Hohenlandsberg, wurde 1522 in Mittelbiberach geboren und verstarb am 28. Mai 1583 im Schloss zu Kirchhofen. Er war Diplomat und Staatsmann aber auch erfolgreicher kaiserlicher Feldhauptmann und General und diente drei Kaisern: Kaiser Karl V., Maximilian II. und Ferdinand I.

Schwendi gilt als Förderer von Kunst und Wissenschaft sowie Repräsentanten des deutschen Späthumanismus mit vielschichtigen und weitreichenden Kontakten. Sein politisches Handeln sei von Klarsicht und Toleranz bestimmt gewesen. Wer sich etwas näher mit Schwendi, der als einer der klügsten Männer seiner Zeit galt, beschäftigen möchte findet Nützliches in unserem Download- und Link-Angebot (bitte nach unten scrollen).
Bild vergrößern Berühmtester Schlossherr in Kirchhofen war ab 1571 Lazarus von Schwendi, der hier 1583 auch verstarb.
Bild vergrößern Im Dienste Karls V. befehligte er ab 1565 zwei Jahre lang dessen Truppen in Ungarn. Von dort soll er den Tokajer mitgebracht haben.
Bild vergrößern Schwendi baute den Tokajer wohl auf seinen Ländereien um (Vogtsburg-) Burkheim und im Elsass an. Heute wird der Weinbau in und um
Bild vergrößern Kirchhofen sowohl bei den privaten Weingütern & der Winzergenossenschaft vor allem vom Gutedel bestimmt.

Trinkordnung in der "Krone"?

Lazerus von Schwendis fürsorgliche Einstellung zu seinen Untertanen soll sich nicht zuletzt auch durch eine Trinkordnung gezeigt haben, die er für seinen Herrschaftsbereich erlassen hat.

Ob sich die Studenten und Mitglieder von Studentenverbindungen, die seit dem frühen 20. Jahrhundert gerne in der "Krone" tagten und feierten, an die Trinkordnung des Herrn von Schwendi gehalten haben ist nicht bekannt. Immerhin war auch für Professoren aus der nahen Universitätsstadt Freiburg die "Krone" stets ein beliebtes Ziel, um hier das berühmte ‚Leiterle‘ mit verschiedene Weinen zu verkosten und dazu badische Spezialitäten zu verzehren.

Es treffen sich übrigens immer noch am Donnerstag nach Christi-Himmelfahrt (studentische) Gruppen zum Spargelessen. Vom "Leiterle" sehr angetan waren bei Ihrer Einkehr in der "Krone" angeblich auch Liselotte/Lilo Pulver, Bundespräsident Walter Scheel und Freiburgs Fußball-Trainer Volker Finke…
Bild vergrößern Zunfttisch um 1940
Bild vergrößern und ca. 2000

Eine außergewöhnliche Quelle zur "Krone" - Geschichte

Der 30-jährige Krieg stürzte die ganze Region ins Elend. Kirchhofen und die umliegenden Dörfer wurden komplett zerstört und 300 Bauern als ‚Aufständische‘ hingerichtet. Die Bevölkerung war stark dezimiert worden und in der Zeit nach dem Krieg wurde zum Ausgleich der Verluste eine umfangreiche Zuwanderung aus der Nordschweiz und aus Vorarlberg gefördert. Diese Einwanderer halfen mit das zerstörte Gemeinwesen wieder auf zu bauen. Unter ihnen befand sich der Vorarlberger Johann B. Löw. Er heiratete eine Frau aus Ehrenstetten und begann mit ihr um 1720 das Gebäude der heutigen "Krone" zu errichten.

Aus der Zeit dieser ersten "Krone"-Wirtsleute existiert eine außergewöhnliche historische Quelle. Es handelt sich um eine Haus- und Familienchronik die 1739 begonnen und bis 1854 weiter geführt wurde.
Bild vergrößern Kirchhofen und die "Krone" entstanden in der heutigen Form nachdem der ganze Ort von schwedischen
Bild vergrößern Truppen unter Otto Ludwig von Salm-Kyrburg-Mörchingen am 18. Juni 1633 zerstört worden war.

Die Krone ist ein ganz besonderes Kulturdenkmal - und doch ein behagliches Gasthaus !

Die zwischenzeitlich denkmalgeschützte Innenausstattung aus der Zeit um 1745 mit gemütlichem Kachelofen und Vertäfelungen ist -überwiegend im Originalzustand- bis heute erhalten. Bis 1910 wurde im Haus übrigens noch Landwirtschaft betrieben, die alten Stallungen dann aber in den Restaurationsbetrieb integriert. An der traditionellen Ausstattung der Gasträume änderte sich jedoch nichts.